Hauptuntersuchung – ist Ihr Fahrzeug ausreichend verkehrssicher?

Um die Verkehrssicherheit auf Deutschlands Straßen zu gewährleisten, hat der Gesetzgeber eine Reihe von Vorschriften erlassen. Hierzu zählt auch die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), deren § 29 eine regelmäßige Hauptuntersuchung (HU) aller in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge vorsieht. Was bei einer Hauptuntersuchung geprüft wird, in welchen Abständen Ihr Fahrzeug auf den Prüfstand muss und was nach der Prüfung ansteht, lesen Sie im Folgenden.


Was wird bei der Hauptuntersuchung (HU) geprüft?

Hauptuntersuchung bei Vergölst

Mit der Hauptuntersuchung soll sichergestellt werden, dass keine Fahrzeuge mit gravierenden Sicherheitsmängeln unterwegs sind. Denn durch defekte Bremsen oder Ähnliches ist schnell ein Unfall passiert. Daher müssen alle Autos mit amtlichen Kennzeichen in regelmäßigen Abständen bei einer anerkannten Prüforganisation auf Vorschriftsmäßigkeit und Verkehrssicherheit überprüft werden. Kfz-Halter müssen also eine HU durchführen lassen. Im Rahmen dieser rund 15-minütigen Untersuchung arbeiten die Prüfer eine Liste mit hunderten Punkten ab. Es werden der Zustand, die Funktion, die Ausführung sowie die Wirkung verschiedener Systeme und Bauteile gecheckt. Hierzu zählen:

Abgasuntersuchung (AU) – ab 2018 gelten neue Regelungen

Seit 2010 ist auch die Abgasuntersuchung fester Bestandteil der HU. Im Rahmen dieser Prüfung werden zunächst die relevanten Bauteile begutachtet. Das betrifft die gesamte Auspuffanlage sowie den Luftfilter und die Einspritzanlage. Können keine Undichtigkeiten oder Beschädigungen festgestellt werden, folgt die Messung der Abgaswerte. Seit 2008 wurde für diesen Teil der Abgasuntersuchung das elektronische Bordsystem auf Fehlerquellen geprüft. Ab 2018 gibt es eine Neuregelung: Bei der Abgasuntersuchung muss für alle Fahrzeuge eine Endrohrmessung durchgeführt werden. Dies ist mit einem größeren Aufwand verbunden, was sich voraussichtlich in einem höheren Preis für die gesamte Hauptuntersuchung niederschlagen wird. Die Experten der DEKRA erwarten je nach Bundesland einen Anstieg der Gebühr von bis zu zwölf Euro.

Das Ergebnis der HU: Plakette oder Mängelbericht

Haben Sie eine Hauptuntersuchung durchführen lassen, erhalten Sie als Nachweis eine Prüfbescheinigung oder einen Untersuchungsbericht. Sofern keine Sicherheitsmängel festgestellt wurden, wird die begehrte Prüfplakette am hinteren Nummernschild angebracht. Nach bestandener Prüfung erhalten Sie zudem einen Stempel inklusive Namenszeichen im Fahrzeugschein. Werden bei der Untersuchung jedoch Mängel entdeckt, listen die Prüfer diese in einem abschließenden Bericht auf und erläutern sie bei Bedarf. In diesem Fall erhalten Sie zunächst keine neue Plakette. Sie müssen erst alle im Mängelbericht aufgeführten Punkte beheben lassen. Für die Nachbesserung haben Fahrzeughalter einen Monat Zeit. Wird diese Frist nicht eingehalten, ist eine erneute HU fällig.

TÜV, DEKRA, KÜS & GTÜ – Wer führt die Hauptuntersuchung durch?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Hauptuntersuchung häufig auch einfach nur „TÜV“ genannt, da der „Technische Überwachungsverein“ lange Zeit das Monopol in Sachen HU innehatte. Mittlerweile gibt es allerdings weit mehr staatlich anerkannte Prüforganisationen, die eine Hauptuntersuchung durchführen können. Neben TÜV Nord, TÜV Süd, TÜV Thüringen und TÜV Rheinland haben auch DEKRA (Deutscher Kraftfahrzeugs-Überwachungs-Verein), KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger) und GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) eine Zulassung für die Durchführung der HU. Bei Vergölst wird die Hauptuntersuchung von einer der amtlichen Prüforganisationen durchgeführt. Sie können für die Prüfung ganz einfach online einen Termin in einer Filiale Ihrer Wahl vereinbaren. Zum vereinbarten HU-Termin bringen Sie Ihr Auto dann in die ausgewählte Werkstatt und können in der Regel der Prüfung beiwohnen.

Wann ist die nächste Hauptuntersuchung fällig?

HU-PlaketteWer einen Neuwagen fährt, muss drei Jahre nach der Erstanmeldung zur Hauptuntersuchung. Anschließend geht das Prüfintervall in einen Zweijahresrhythmus über. Bei Mietfahrzeugen, Taxen, Anhängern und LKWs mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen sowie Omnibussen mit mehr als acht Fahrgastplätzen ist die Hauptuntersuchung alle zwölf Monate fällig – und zwar bereits ab der Erstanmeldung des Fahrzeugs.

Wie die HU-Prüfplakette zu lesen ist

Wann genau der nächste Termin fällig ist, verrät ein Blick auf die Prüfplakette. Diese befindet sich auf dem Nummernschild am Heck des Fahrzeugs. Auf der runden HU-Plakette finden Sie in der Mitte das Jahr der nächsten Untersuchung: „18“ zum Beispiel steht für 2018. Am Rand der Plakette sind die Ziffern für die Monate im Kreis angeordnet. Die Plakette wird so angebracht, dass die Ziffer für den Monat, in dem die nächste Hauptuntersuchung durchgeführt werden muss, oben auf der 12-Uhr-Position steht. Alternativ können Sie auch in die Fahrzeugpapiere schauen, um festzustellen, wann die Frist abgelaufen ist. Vereinbaren Sie am besten einen Monat, bevor die Prüfplakette abgelaufen ist, einen Termin für Ihr Auto.

Bußgeld und Punkte – diese Strafen drohen bei abgelaufener HU

Ist die Prüfung überfällig und fahren Sie mit Ihrem Auto, obwohl die TÜV-Plakette abgelaufen ist, drohen teils empfindliche Strafen. Im ersten Monat gilt noch eine Schonfrist. Wer zwei bis vier Monate zu spät dran ist, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 15 Euro rechnen. Die Plakette ist schon seit vier bis acht Monaten abgelaufen? Dann wird ein Bußgeld von 25 Euro fällig. Zögern Sie die HU noch länger hinaus, verlangen die Ordnungshüter bereits ein Bußgeld von 60 Euro und Sie kassieren einen Punkt in Flensburg. Hinzu kommt, dass bei der anschließenden Hauptuntersuchung ein erweitertes Prüfprogramm drohen kann – und zwar schon dann, wenn die Plakette zwei Monate abgelaufen ist. Statt der Gebühr von rund 90 Euro für die Standard-HU wird für die erweiterte Prüfung, die sogenannte Ergänzungsuntersuchung, ein 20 Prozent höherer Preis veranschlagt. Passiert bei abgelaufener Plakette sogar ein Unfall, kann der Fahrer zum einen für diese Ordnungswidrigkeit belangt werden, zum anderen verliert er unter Umständen den Schutz aus der Kfz-Versicherung.

* Bei Vergölst wird die Hauptuntersucherung (HU) durch eine amtliche Prüforganisation durchgeführt. ** Die Durchführung der Abgasuntersuchung (AU) erfolgt durch Vergölst oder eine amtliche Prüforganisation.

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