Reifenbezeichnung
So erkennen Sie den passenden Reifen

Das Rätsel der Reifenbezeichnung – so erkennen Sie den passenden Reifen

Wer nach Reifen für das eigene Auto sucht, entdeckt schon bald die Reifenbezeichnung auf der Seitenwand. Diese gibt wichtige Informationen über die Beschaffenheit, die insbesondere bei der Wahl neuer Reifen wichtig werden. Von Reifenbreite bis Geschwindigkeitsindex – Welche Elemente Ihnen bei der Reifenbezeichnung begegnen können und wonach Sie sich beim Neukauf richten sollten, klären wir in diesem Ratgeber.


Was sagt die Beschriftung auf dem Autoreifen aus?

In Deutschland muss herstellerseitig eine Reifenbezeichnung an allen Reifen angebracht werden, die für Fahrzeuge gefertigt sind, welche bauartbedingt zu Geschwindigkeiten über 40 km/h in der Lage sind. Dies ergibt sich aus §36 StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungsordnung) sowie aus der "Richtlinie für eine einheitliche Reifenkennzeichnung". Die Markierung wird von den Herstellern selbst vorgenommen und direkt in den Kautschuk eingestanzt. Die Reifenbezeichnung besteht dabei aus mehreren Elementen:

Die Größe des Reifens

Zunächst findet man in der Reifenbezeichnung eines jeden Reifens immer einen Code, der die Reifenbreite und -größe beschreibt. Dieser ist folgendermaßen aufgebaut:

Nehmen wir hierfür die Reifenbezeichnung 185/55 R14 als Beispiel, erkennen wir, dass es dabei um einen Reifen von 185 mm Nennbreite geht, mit einem Verhältnis der Reifenbreite zur Seitenwandhöhe von 55 %. Es handelt sich um einen Radialreifen, der auf eine Felge mit 14 Zoll Durchmesser montiert werden muss.

Autoreifen werden heutzutage fast ausschließlich als Radialreifen gefertigt. Dementsprechend findet sich auf der Bezeichnung beinahe immer der Buchstabe "R".

Tragfähigkeit und zulässige Höchstgeschwindigkeit

Nach dem Größencode findet sich in der Reifenbezeichnung noch eine weitere Zahl, gefolgt von einem Buchstaben. Dabei handelt es sich um:

  • Tragfähigkeitskennzahl (siehe Tabelle zu Tragfähigkeitsindex)
  • Geschwindigkeitskategorie (siehe Tabelle zu Geschwindigkeitsindex)

Beide Parameter der Reifenbezeichnung müssen im jeweiligen Index nachgeschlagen werden. Beispielsweise würde der Code "80H" bedeuten, dass die Kennzahl im Tragfähigkeitsindex (manchmal auch "Lastindex", "Load-Index" oder "LI") 80 ist und die maximal zulässige Geschwindigkeit aus dem Geschwindigkeitsindex H. Nach einem Abgleich mit dem jeweiligen Index ergibt sich für unseren Beispielreifen 80H eine maximale Tragfähigkeit von 450 Kilogramm pro Reifen und eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Geschwindigkeitsindex

Kategorie

Höchstgeschwindigkeit in km/h

M

130

N

140

P

150

Q

160

R

170

S

180

T

190

U

200

H

210

V

240

W

270

Y

300

ZR

über 240

 

Tragfähigkeitsindex

Kennzahl

Gewicht in kg

Kennzahl

Gewicht in kg

Kennzahl

Gewicht in kg

Kennzahl

Gewicht in kg

Kennzahl

Gewicht in kg

63

272

76

400

89

580

102

850

115

1215

64

280

77

412

90

600

103

875

116

1250

65

290

78

425

91

615

104

900

117

1285

66

300

79

437

92

630

105

925

118

1320

67

307

80

450

93

650

106

950

119

1360

68

315

81

462

94

670

107

975

120

1400

69

325

82

475

95

690

108

1000

121

1450

70

335

83

487

96

710

109

1030

122

1500

71

345

84

500

97

730

110

1060

123

1550

72

355

85

515

98

750

111

1090

124

1600

73

365

86

530

99

775

112

1120

 

 

74

375

87

545

100

800

113

1150

 

 

75

387

88

560

101

825

114

1180

 

 


Herstellermarkierungen (DOT-Nummer)

Typischerweise findet sich direkt neben den Pflichtangaben der Reifenbezeichnung auch ein Code, der den Hersteller und den genauen Herstellungsort beschreibt, beispielsweise DOT BPM2P711 3112. Dieser Code setzt sich aus drei Elementen zusammen. In unserem Beispiel bedeuten sie:

  • Das Kürzel des US-amerikanischen Department of Transportation ("DOT")
  • Eine Zeichen- und Nummernfolge, die Herstellungswerk und -parameter beschreibt
  • Ein Code, der das Herstellungsdatum beschreibt

Für Sie sind hier vor allem die DOT-Nummer und das Herstellungsdatum wichtig. Ersteres gewährleistet, dass die Reifen dem US-amerikanischen Gesetz FMVSS 119 zur Beschaffenheit von Luftreifen genügt – somit sind die Reifen in den USA zugelassen. Das Fertigungsdatum gibt wiederum Aufschluss über das Alter des Reifens. Der Code in der Reifenbezeichnung besteht hierbei immer aus einer vierstelligen Ziffernfolge – die ersten beiden Stellen geben die Kalenderwoche an, in der ein Reifen gefertigt wurde (in unserem Beispiel die 31. Kalenderwoche), während die letzten beiden Ziffern das Fertigungsjahr angeben (in unserem Beispiel das Jahr 2012).

EU-Prüfzeichen

Auf Reifen, die in der Europäischen Union zugelassen sind, muss sich grundsätzlich das Prüfzeichen "E" oder "e" als Teil der Reifenbezeichnung befinden, das die Einhaltung der EU-Norm ECE-R 30 bestätigt. Gefolgt wird der Buchstabe von einer Kennziffer, die das Land bezeichnet, das die Zulassungsprüfung durchgeführt hat. Die Zulassung gilt natürlich für die gesamte EU, unabhängig vom zulassenden Land auf der Reifenbezeichnung. (Mehr zum EU-Reifenlabel)

Zusätzliche Markierungen – und was bedeutet die Reifenbezeichnung M+S?

Zusätzlich zu den zentralen Symbolen und Codes der Reifenbezeichnung können noch eine Reihe weiterer Elemente auf der Seitenwand des Reifens zu finden sein, darunter:

  • Symbol: Schneeflocke in Berg = Winterreifen (geprüft)
  • "M+S" / "M.S." = Winterreifen (ungeprüft)
  • "reinforced", "rf" oder "XL" = zusätzlich verstärkter Reifen
  • "rotation" = laufrichtungsgebundener Reifen
  • "runderneuert" / "retread" / "retreaded" mit Zahlenfolge = runderneuerte Reifen und Datum der Runderneuerung
  • "SSR" = Pannenlaufreifen
  • "tubeless" = schlauchloser Reifen
  • "TWI" = Position des Verschleisindikators ("Tread Wear Indicator")
  • "UTQG" = Prüfsiegel nach US-Norm FMVSS

Besonders wichtig ist in der Reifenbezeichnung die Buchstabenfolge "M+S", gelegentlich auch "M.S.". Diese zeigt an, dass es sich um Reifen handelt, die für Matsch und Schnee geeignet sind. Allerdings wird diese Markierung von den Herstellern vorgenommen und unterliegt keiner Prüfung. Hundertprozentig verlassen kann man sich deshalb eher auf das "3PMSF"-Symbol (Schneeflockensymbol in einem Berg-Symbol). Dies zeigt an, dass der Reifen nach den Normen der European Tyre and Rim Technical Organisation geprüft wurde.

So finden Sie den richtigen Reifen anhand der Reifenbezeichnung

Bei der Auswahl des passenden Reifens aus dem Vergölst-Shop können Sie sich entweder nach der Reifenbezeichnung Ihrer alten Reifen richten, oder die Angaben zu den zugelassenen Reifen in Ihrem Fahrzeugschein konsultieren. Speziell Reifengröße, Tragfähigkeit nach Tragfähigkeitsindex und zugelassene Höchstgeschwindigkeit nach Geschwindigkeitsindex sollten hier übereinstimmen, um zu gewährleisten, dass Ihre neuen Reifen den Anforderungen entsprechen. Im Zweifelsfall können Sie aber auch direkt in einer Vergölst-Niederlassung in Ihrer Nähe einen Termin ausmachen und sich umfassend beraten lassen. 

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