Der komplette Winterreifen Leitfaden - was neue Winterreifen leisten können

Wenn Sie in einer Region leben, die das Fahren auf Schnee und Eis erforderlich macht, dann ist ein Winterreifen die beste Wahl. Viele Autofahrer meinen „Ich komme auch auf Allwetter-Reifen gut durchs Jahr“, und das mag auch zum Teil stimmen, vor allem sicherer geht es aber mit Winterreifen. Viele Leute, die bislang ausschließlich auf Allwetter-Reifen unterwegs gewesen sind, waren äußerst überrascht, als sie Winterreifen ausprobiert und erfahren haben, wie viel besser Winterreifen bei kaltem Wetter mit Schnee und Eis sind. Wir hoffen die nachfolgenden Informationen werden Sie in Ihrer Entscheidung für Winterreifen unterstützen.

Damit der Winterreifen seine volle Bremskraft entfalten kann, sollte sein Profil mindestens vier Millimeter tief sein. Überprüfen lässt sich die Tiefe mit einer einfachen Zwei-Euro-Münze: Der vier Millimeter breite silbrige Münzrand muss vollständig in der Profilrille versinken.

Wenn Sie regelmäßig Gegenden mit Eis, ungeräumte Schnee- oder Matsch-Pisten befahren, dann werden sie Winterreifen (auch „Schneereifen“) brauchen. Winterreifen bringen Ihnen ein Extra an Traktion, Bremsverhalten und Handling, um zuverlässig auf Schnee und Eis zu fahren. Sie haben eine spezielle Gummimischung und besonderes Profildesign, um mit den kalten Temperaturen umzugehen. Das Profil bleibt flexibel und unterstützt so bei der Traktion auf Eis. Fahrtests, die auf Eis durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass selbst bei 25 km/h ein mit Winterreifen ausgerüstetes Fahrzeug einen um eine halbe bis ganze Fahrzeuglänge kürzeren Bremsweg hat das identische Fahrzeug mit Allwetter-Reifen.

Wie dramatisch auch der modernste Winterreifen an Leistungsfähigkeit verliert, zeigen die dargestellten, durch den ADAC ermittelten Werte, exemplarisch. Besonders auf Schnee ist die Profiltiefe der entscheidende Faktor ist. 48 Prozent Leistungsfähigkeit bei "Zugkraft auf Schnee" und 4 Millimeter Profiltiefe impliziert, dass Sie mit solch einem Reifen an vielen Steigungen schon scheitern, die Sie mit einem neuen Winterreifen locker bezwingen würden. ABS (Anti-Blockier-System), Traktionskontrolle und fahrzeugspezifische Assistenzsysteme sind in Ihrer Wirkung limitiert durch die Traktion der verbauten Reifen. Dies alles sind Sicherheitsmerkmale, die Sie im Notfall nicht missen möchten.

Ein weitverbreiteter Irrglaube unter SUV- und Fahrern anderen Allradfahrzeuge ist, dass ein Allradantrieb Ihnen ausreichend Sicherheit für das Fahren auf Eis bietet. Ein Allradfahrzeug hilft beim Anfahren aus dem Stand und unterstützt teilweise in Kurvenfahrten, allerdings nicht, wenn es darum geht die Fahrt zu verlangsamen oder anzuhalten.

Vergölst empfiehlt neue Saisonreifen

Ebenso zeigt die Tabelle aber auch, dass ein Reifen immer ein Kompromiss an die verschiedenen Jahreszeiten ist. Das Bremsverhalten auf trockener Straße wird mit weniger Profiltiefe sogar besser. Gleiches gilt für steigende Temperaturen: Hier verliert der Winterreifen beim Anhalten aus Tempo 100 rund 16 Meter gegenüber einem Sommerreifen - fast vier Fahrzeuglängen! Wir von Vergölst leiten daraus vor allem eines ab: Die Empfehlung zu möglichst neuen Saisonreifen. Ganzjahresreifen hingegen können nie an die Spezialisten heranreichen. Und sehen Sie bitte den Austausch Ihrer alten Winterreifen ab vier Millimetern Restprofil nicht als verschenkt an, sondern vielmehr als Investition in Ihre Sicherheit. Die alten Winterreifen im Frühjahr "aufbrauchen" zu wollen, ist auch nicht empfehlenswert. Die teilweise abgefahrenen Profilblöcke verformen sich beim Bremsen zwar nicht mehr so stark, Handling und Bremsweg sind auf trockener Straße dadurch eher besser als im Neuzustand. Allerdings ist aufgrund der reduzierten Profiltiefe mit Sicherheitsrisiken auf nasser Fahrbahn zu rechnen.
 

Benutzung von Allwetterreifen / Ganzjahresreifen im Winter

Allwetterreifen sind nicht speziell für eine Wetterlage geschaffen, sondern ein adäquates Mittel für jedes Wetter. Um mit verschiedenen Wettersituationen zurechtzukommen, muss man Kompromisse eingehen. Das Profildesign eines Allwetterreifens ist weniger aggressiv gestaltet, als das eines Winterreifens und besitzt bei kalten Temperaturen nicht dessen Flexibilität. Das Profil eines Allwetterreifens verstopft schneller durch Schnee und Sie verlieren an Traktion. Dennoch sind Allwetterreifen mit M&S (M+S, was für Matsch und Schnee steht) gekennzeichnet. Wenn Sie wissen, dass Sie bei Verhältnis mit mäßigem bis stärkeren Schnee-Wetter fahren werden, sollten Sie sich einen Satz Winterreifen mit dem Schneeflocken-Symbol („Snowflake On The Mountain“) zulegen. Wenn Sie dagegen in tendenziell eher feuchten Wettergebiet fahren mit geringer Wahrscheinlichkeit auf Schnee, so können Allwetterreifen eine ausreichende Alternative darstellen.


Einstufung von Schneeverhältnissen

Am 1. Februar 1999 haben die RMA (Rubber Manufacturer’s Association) und die RAC (Rubber Association of Canada) eine Kennzeichnung von Winterreifen vorgestellt. Die entsprechenden Reifen sind speziell für winterliche Verhältnisse konstruiert, erfüllen die besonderen Anforderungen für Traktion auf Schnee und tragen das „snow flake within a mountain“ Symbol. Dieser Standard hilft Autofahrern einen Reifen zu wählen, der das Fahren auf winterlichen Straßen sicherer macht.

 

 

Winterreifen Montage und Einkaufstipps

Es gibt einige Punkte, die man sich merken sollte, wenn der Kauf von Winterreifen ansteht. In den meisten Fällen sollte man in Erwägung ziehen sich zusätzliche Felgen für die Winterreifen zu kaufen. Dies spart Zeit und Geld gegenüber dem Ummontieren und Auswuchten der Winterreifen auf vorhandene Felgen. Mit Stahlfelgen haben Sie die Möglichkeit mit separaten Rädern den Radwechsel ggf. selbstständig und flexibel selber vorzunehmen. Natürlich können Sie noch einen Schritt weiter gehen und sich für Leichtmetallfelgen entscheiden, um den ästhetischen Look Ihres Fahrzeugs auch im Winter beizubehalten.

Warten Sie mit dem Kauf allerdings nicht zu lang, denn schlimmsten Fall könnte es sich auf Ihre Mobilität auswirken. Ein früher Wintereinbruch und die sich ergebende starke Nachfrage kann zu Engpässen bei der Verfügbarkeit oder sogar einem teilweisen oder lokalen Ausverlauf bei bestimmten Reifendimensionen führen. Denken Sie daran, dass auch wenn bei Ihnen vielleicht der Winter noch nicht Einzug gehalten hat, es in anderen Regionen durchaus anders aussehen kann, was sich ebenfalls auf die Bestände bei den Händlern auswirkt.

Sie fragen sich vermutlich, wann die beste Zeit ist Ihre Winterreifen zu montieren und für welche Dauer. Dies hängt in erster Linie natürlich von den Gegebenheiten und dem Wetter vor Ort ab. Eines aber ist sicher, warten Sie nicht bis zur letzten Minute. Eine gute Richtlinie für die Montage von Winterreifen ist es abzuwarten, bis die Temperaturen regelmäßig bei 7°C oder darunter liegt und umgekehrt zurück auf Sommerreifen zu wechseln, wenn die Temperaturen wieder konstant über 7°C liegen. Dies stellt sicher, dass man nicht vor kurzfristigen Wärme- oder eben Kälteperioden überrascht wird.

 

Lagerung von Winterreifen

Der beste Ort zur Reifeneinlagerung ist ein kühler und dunkler Platz (Keller oder evtl. Garage). Sie können sie flach, jedoch nicht mehr als vier Stück, übereinander legen. So haben sie den meisten Halt und es gibt keine Probleme bei der Montage im folgenden Herbst. Wir empfehlen jedoch sich an Ihren Händler zu wenden und nach Reifentüten zu fragen. Diese schützen die Reifen vor dem Ozon in der Luft, dass Reifen alt und rissig werden lässt. Jeder Reifen sollte einzeln verpackt werden. Eingelagerte Räder sollten nicht gemeinsam mit elektr. Geräten oder Schweißgeräten aufbewahrt werden, wenn diese Ozon ausstoßen

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