Achten Sie darauf, dass Ihre Reifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern haben. Experten empfehlen jedoch ein tieferes Profil von mindestens 4 Millimetern, um optimale Sicherheit zu gewährleisten.
Was passiert bei zu wenig Reifenprofiltiefe im Winter?
Winterreifen zeichnen sich durch größere Profilrillen und zusätzliche Lamellen aus. Diese Lamellen öffnen und schließen sich während der Fahrt, wodurch Antriebs- und Bremskräfte optimal auf die Fahrbahn übertragen werden. Das Ergebnis ist eine erhöhte Stabilität und ein guter Grip, selbst unter schwierigen Bedingungen. Der Schnee sammelt sich in den Rillen und sorgt für zusätzliche Reibung, was die Haftung verbessert. Dies zeigt sich sowohl in einer besseren Traktion beim Anfahren als auch in einer effektiveren Bremsleistung. Wenn die Reifen jedoch abgefahren sind, lassen diese Effekte nach, da die Profilrillen weniger Schnee aufnehmen können und die Gummimischung härter wird. Je geringer das Profil, desto schlechter die Bremsleistung. Continental empfiehlt daher, die Reifen regelmäßig zu kontrollieren, die Geschwindigkeit den Bedingungen anzupassen und abgefahrene Reifen rechtzeitig zu ersetzen. Reifen sind immer ein Kompromiss zwischen verschiedenen Anforderungen der Jahreszeiten. Interessanterweise verbessert sich das Bremsverhalten auf trockener Straße bei geringerem Profil – allerdings nur scheinbar. Denn bei steigenden Temperaturen zeigt sich ein deutlicher Nachteil von Winterreifen: Beim Bremsen aus 100 km/h kommen sie im Vergleich zu Sommerreifen rund 16 Meter später zum Stehen – das entspricht etwa vier Fahrzeuglängen!
In unserer Vergölst Autowerkstatt raten wir deshalb klar zur Nutzung von saisonal passenden Reifen. Ganzjahresreifen können in puncto Leistung meist nicht mit spezialisierten Sommer- oder Winterreifen mithalten. Auch der Versuch, abgefahrene Winterreifen im Frühjahr „aufzubrauchen“, ist nicht empfehlenswert. Zwar verformen sich die Profilblöcke beim Bremsen weniger, was das Handling auf trockener Straße kurzfristig verbessert. Doch auf nasser Fahrbahn steigt das Sicherheitsrisiko durch die reduzierte Profiltiefe erheblich.
Risiken für die Kfz-Versicherung bei abgefahrenen Reifen
Wer im Winter mit abgefahrenen Sommerreifen unterwegs ist, geht ein hohes Risiko ein – nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch in Bezug auf die Kfz-Versicherung. Kommt es zu einem Unfall, kann die Versicherung die Schadensregulierung verweigern, insbesondere wenn dem Fahrer grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen wird. In solchen Fällen entscheidet oft ein Gutachten darüber, ob die mangelhafte Bereifung ursächlich für den Unfall war oder ob dieser auch mit intakten Reifen nicht vermeidbar gewesen wäre. Dieser Nachweis ist jedoch meist kompliziert, zeitaufwendig und mit hohen Kosten verbunden.
Wintercheck: Profiltiefe der Winterreifen im Fokus
In der kalten Jahreszeit ist Ihr Fahrzeug besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Um sicher und zuverlässig unterwegs zu sein, lohnt sich ein frühzeitiger Wintercheck. Mit unserem kostengünstigen Service bereiten wir Ihr Auto optimal auf Schnee, Eis und Nässe vor – damit Sie bei jedem Wetter sicher fahren. Ein zentraler Bestandteil unseres Checks: die Kontrolle der Profiltiefe Ihrer Winterreifen. Denn nur mit ausreichend Profil behalten Sie auch bei schwierigen Straßenverhältnissen die Kontrolle.
Bewertung winterlicher Straßenverhältnisse
Bereits seit dem 1. Februar 1999 kennzeichnen die RMA (Rubber Manufacturers Association) und die RAC (Rubber Association of Canada) speziell entwickelte Winterreifen mit dem Symbol „Schneeflocke im Berg“. Dieses Zeichen steht für geprüfte Traktion auf Schnee und garantiert, dass der Reifen den Anforderungen winterlicher Straßenverhältnisse gerecht wird. Achten Sie unbedingt darauf, im Winter keine Sommerreifen zu verwenden – sie bieten bei niedrigen Temperaturen und Schnee deutlich weniger Sicherheit.