Ab Oktober gilt Winterreifenpflicht

Der richtige Reifen ist entscheidend, wenn der erste Schnee fällt und Eis oder sogar Glatteis den Straßenverkehr behindern. Damit Fahrzeuge möglichst sicher unterwegs sind, hat der Gesetzgeber in Deutschland die Winterreifenpflicht eingeführt.

Doch was bedeutet Winterreifenpflicht? In Deutschland lässt sich eher von einer situativen Winterreifenpflicht sprechen, denn eine generelle Winterreifenpflicht gibt es so nicht. Die Neufassung der Straßenverkehrsordnung (StVO) von 2010 besagt: „Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, die die in Anhang II Nummer 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG des Rates vom 31. März 1992 über Reifen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern und über ihre Montage (ABl. L 129 vom 14.5.1992, S. 95), die zuletzt durch die Richtlinie 2005/11/EG (ABl. L 46 vom 17.2.2005, S. 42) geändert worden ist, beschriebenen Eigenschaften erfüllen (M+S-Reifen).“ Die erforderlichen Eigenschaften sind im Gesetzestext genau definiert: Die Profiltiefe in Millimetern (mm) muss ausreichend sein – mindestens 1,6 mm –, damit die Reifen auf Matsch, Schnee oder Eis genügend Grip haben. Experten vom TÜV oder ADAC gehen hingegen von einer Profiltiefe von mindestens 4 mm als Optimum aus. Winterreifen sind extra so entwickelt, dass sie auf winterlichen Straßen bessere Fahreigenschaften aufweisen als Sommerreifen – und das auch ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Schneeketten. Diese sind allgemein von der Winterreifenpflicht ausgenommen.

Warum Winterreifen Pflicht sind

Es gibt viele Gründe für die Pflicht zur generellen Verwendung von Winterreifen bei Matsch und Schnee. Eine besondere Gummimischung bei der Produktion der Reifen verhindert das Aushärten des Materials. Das führt zu einer besseren Haftung vom Reifen auf der Straße. Auch der Bremsweg spricht für die Winterreifenpflicht. Tests haben ergeben, dass sich der Bremsweg bei Sommerreifen um bis zu zwei Drittel verlängert im Vergleich zu Winterreifen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen heißt es daher: Frühzeitig Winterreifen aufziehen und mit Winterreifen fahren. Schon im eigenen Interesse sollte das bei Schnee, Schneeglätte, Schneematsch und Eis Pflicht sein, denn die Winterreifenpflicht  zu ignorieren, ist grob fahrlässig.

Auch in puncto Beschleunigung macht sich eine für den Winter nicht geeignete Bereifung bemerkbar. Denn das führt zu Einbußen bei der Beschleunigungsfähigkeit von bis zu achtzig Prozent. Die erhöhte Profiltiefe bei Winterreifen, die im Übrigen klar definierter Bestandteil der Winterreifenpflicht ist, ist ein Merkmal für Winterreifen. Das ganze Profil ist jedoch speziell aufgebaut. Lamellen in der äußeren Lauffläche des Reifens befördern Wasser und Schneematsch, der sich im Winter schnell im Reifen sammeln kann, schnell wieder aus dem Reifenprofil hinaus und bewirken, dass sich keine gefährlich glatte Fläche zur Fahrbahn bildet.

Richtige Reifen bei Schnee & Co.

Bei Schnee, Schneematsch, Eis oder sogar Glatteis verhält sich ein Auto, aber auch ein Motorrad, völlig anders auf der Straße als bei trockener Fahrbahn. Fahrzeuge mit Winterreifen sind in jedem Fall sicherer unterwegs. Internetvideos oder alarmierende Beiträge im Newsletter von Prüforganisationen wie dem TÜV oder der Dekra verdeutlichen noch einmal: Winterreifenpflicht in Deutschland ist keine Schikane des Gesetzgebers, sondern notwendig und sinnvoll.

Bei einer Reise zum Skifahren im Winter, etwa nach Tschechien in eines der beliebten Wintersportgebiete, ist die Verwendung von Winterreifen in jedem Fall Pflicht. Zum Teil sind sogar Spikesreifen oder Schneeketten zu empfehlen. Guter Ratgeber sind hier zum Beispiel die Internetseiten der auswärtigen Ämter, auf denen die jeweiligen Vorschriften zur Winterreifenpflicht beziehungsweise für richtige Auswahl von Reifen im europäischen Ausland aufgeführt sind.

Versicherung und Winterreifenpflicht

Wer im Winter bei entsprechenden Wetterverhältnissen wie Schnee als Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs ist und seine Pflicht in Sachen Sorgfalt damit vernachlässigt, macht sich eines Verkehrsverstoßes schuldig. Die Winterreifenpflicht ist auch für die Versicherung relevant. Zwar schreibt sie dem Autofahrer die Verwendung von Winterreifen nicht vor, kann jedoch im Falle eines Unfalls die vollständige Haftung verweigern, wenn vom Autofahrer nachweislich keine saisongerechte Bereifung verwendet wurde. Zumindest eine erhebliche Leistungskürzung ist mit Sicherheit die Folge, die mit grober Fahrlässigkeit begründet werden kann (§ 81 VVG).

Erwischt die Polizei im Oktober, November oder anderen Wintermonaten bis einschließlich März beziehungsweise April bei Schnee, Schneematsch oder Eis mit Sommerreifen Autofahrer mit Sommerreifen, drohen ein Bußgeld sowie ein Punkt. Das Bußgeld bei Verletzung der Winterreifenpflicht liegt inzwischen bei achtzig Euro. Diese Summe fällt an, wenn eine Behinderung des Straßenverkehrs erfolgt ist. Bei lediglich falscher Bereifung kommt der Autofahrer noch einmal mit vierzig Euro davon. Im geparkten Zustand ist ein Auto mit Sommerreifen nicht strafbar und unterliegt nicht der Winterreifenpflicht. Verursacht man durch falsche Reifen sogar einen Unfall, so kann das Bußgeld sogar schnell auf bis zu hundertzwanzig Euro steigen.

Was bei unzureichender Profiltiefe und falschen Reifen im Winter alles passieren kann und was einmal mehr die Gründe verdeutlicht, warum die Fahrt auf sommerlichen Rädern zur kalten Jahreszeit nicht erlaubt ist, zeigen Automobilclubs wie der ADAC oder AVD jährlich aufs Neue in ihren Fahrtests. Sie machen die Notwendigkeit einer Winterreifenpflicht einmal mehr klar, denn sie weisen auf die Gefahren und Überraschungen für Autofahrer hin.

Für wen gilt die Winterreifenpflicht?

Winterreifen, aber auch Allwetter- beziehungsweise Ganzjahresreifen tragen die untrügliche Bezeichnung M+S, was für Matsch und Schnee steht. Teilweise sind sie alternativ oder zusätzlich mit der „Three-Peak-Mountain-Snowflake“ gekennzeichnet.

Da nicht nur Pkw auf deutschen Straßen unterwegs sind, gelten für die verschiedenen Fahrzeuge unterschiedliche Vorschriften. Beschäftige aus den Bereichen Landwirtschaft und Forstwirtschaft stehen nicht zwangsweise in der Pflicht, ihre schweren Zugfahrzeuge mit Winterreifen auszurüsten. Die Begründung lautet, dass sie in der Regel bereits ohnehin stark strukturierte Reifen mit entsprechender Profiltiefe fahren und daher nicht extra für den Winter umrüsten müssen. Für andere große Fahrzeuge wie Busse und LKW gilt die Ausnahme, dass sie nicht voll winterbereift sein müssen. Es genügt laut gesetzlicher Vorschrift, wenn die Antriebsachsen Winterreifen haben. Eine weitere Winterreifenpflicht besteht hier nicht, wenngleich eine Vollausrüstung mit Reifen für den Winter auch hier absolut empfehlenswert ist.

Winterreifenpflicht bei Mietwagen

Besondere Vorsicht ist beim Mieten von Fahrzeugen geboten. Bei Autovermietungen sind Winterreifen nicht notwendigerweise auf jedem Leihfahrzeug aufgezogen. Sie werden häufig als Zusatzequipment angeboten und müssen schon bei der Reservierung eines Fahrzeugs explizit mit dazu gebucht werden. Auch, wenn hierfür in der Regel ein Aufpreis fällig wird, sollte diese Zusatzausgabe eine sichere Fahrt bei Matsch, Schnee und Eisglätte wert sein. Denn im Schadensfall haftet hier stets der Fahrer, nicht der Halter. Also bevor Autofahrer ins Auto von Freunden, Bekannten oder eben einer professionellen Autovermietung steigen, müssen sie ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und kontrollieren, welche Reifen das Auto hat und dann entscheiden, ob die Fahrt mit Sommerreifen im Winter angetreten wird.

Eine ideale Übersicht der verfügbaren Modelle an Reifen, die für Schnee und Matsche geeignet sind und mit denen Sie Ihrer Pflicht als Autofahrer nachkommen, bietet der Online Shop von Vergölst. Hier finden sich Testsieger und allerlei Modelle in unterschiedlichen Preisklassen in Premium-Qualität. Den Termin zur Montage in einem Vergölst Fachbetrieb können Sie ganz einfach mit vereinbaren. Deshalb: Keine Angst vor Winterreifenpflicht, Vergölst hilft Ihnen bei der Wahl Ihrer richtigen und sicheren Reifen.

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